Baby & Kleinkind

Ab wann und was darf mein Baby essen?

Bis Ende des 4. Monats bekommt Ihr Baby ausschließlich Muttermilch oder industriell hergestellte Säuglingsmilchnahrung. Mit dem 5.-6. Monat beginnt zusätzlich zum Stillen die Einführung der "Beikost". Da mit etwa 6 Monaten die Eisenvorräte des Babys knapp werden und die Muttermilch nicht genügend Eisen liefert, wird als Erstes ein Gemüse-Fleisch-Brei mittags gefüttert. Als zweite Mahlzeit folgt ein Milchbrei anstelle der gewohnten Abendmilch. Ab dem 7. Monat löst der Getreide-Obst-Brei nachmittags die Trinkmilch ab. Die Morgenmilch bekommt Ihr Baby bis zum Ende des 1. Jahres. Ab dem 10. Monat darf es aber auch gerne etwas Müsli oder Brot vom Familientisch sein. Während in der Vergangenheit eine möglichst monotone Kost als beste Allergievorbeugung galt, scheint heute besonders die Vielfalt in der Säuglingsernährung als beste Präventionsmaßnahme. 

Rezepte finden Sie hier.

Wie lange ist selbstgekochter Brei haltbar?

Bakterien vermehren sich bei Temperaturen über 30 Grad explosionsartig. Deshalb ist es riskant, den Brei warm zu halten. Kühlen Sie den Brei schnell ab und frieren Sie ihn portionsweise ein. Einzelne Portionen können Sie dann wieder auftauen. Wichtig: Der Brei soll vor dem Essen einmal aufkochen. Reste lassen sich auch einen Tag im Kühlschrank aufbewahren. 

Darf mein Kind im ersten Lebensjahr Honig bekommen?

Honig kann in seltenen Fällen Botulismus-Bakterien enthalten, deren giftige Stoffwechselprodukte Babys nicht abbauen können. Ihr Verdauungssystem ist noch unreif und somit extrem anfällig für die auskeimenden Sporen. Deshalb ist Honig vor dem 1. Lebensjahr tabu - roh und erhitzt. Laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung  (FKE) in Dortmund gilt Honig ab dem 1. Lebensjahr als unbedenklich, da dann eine stabile Darmflora die Auskeimung der Sporen verhindert. 

Ab wann darf mein Baby Fisch essen?

Mit Beginn der Beikost, ab Ende des 4. Monats sollten bereits kleine Mengen an Allergenen im Speiseplan mit aufgenommen werden. Besonders die Vielfalt in der Säuglingsernährung scheint die beste Allergieprävention. Studien bewiesen, dass Fisch zwischen dem 4. und 6. Monat das Allergierisiko senkt.

Ab wann darf mein Baby Kuhmilch bekommen?

Im ersten Lebenshalbjahr sollten Sie Vollmilch vermeiden. Sie wird erst im zweiten Halbjahr eingeführt und ausschließlich im Abendbrei. Mit Joghurt, Quark und Käse sollten Sie bis zum 10. Monat warten. Denn das Kasein in Kuhmilch ist schwer verdaulich und der erhöhte Eiweiß- und Mineralstoffgehalt in Kuhmilch überfordert das kindliche Verdauungssystem.

Wie schütze ich mein Baby vor Allergien?

Langzeitergebnisse von Studien ergaben, dass nicht die Vermeidung, sondern der Kontakt kleinerer Mengen von Allergenen der beste Schutz für das Baby ist. Ab Ende des 4. Monats, mit Beginn der Beikost dürfen Sie bereits kleine Mengen an Allergenen  wie Soja, Fisch, Ei, Weizen, Milch und Nüsse mit in den Speiseplan Ihres Babys einbauen. Die Vielfalt in der Beikost dient als eine gute Allergieprophylaxe. So kommt Ihr Kind schon früh mit vielen unterschiedlichen Lebensmitteln in Berührung. Vorsicht bei Risikokinder, bei denen ein oder beide Elternteile Allergiker sind. Hier sollte im 1. Lebensjahr als Milchnahrung nur HA-Nahrung (Hypoallergene Nahrung) gegeben werden.

Wieviel muss mein Baby trinken?

Ein voll gestilltes Baby bekommt mit der Muttermilch alles, was es braucht. Bei Krankheit oder großer Hitze verändert sich sogar die Muttermilch und wird "wässriger". Doch wenn es zunehmend festere Beikost isst, dann braucht es zusätzliche Flüssigkeit. Wie viel das hängt davon ab, wie viel Trinknahrung und Brei ihr Kind bekommt. Wenn der Anteil an Brotmahlzeiten steigt, muss es natürlich mehr trinken, weil diese weniger Flüssigkeit enthalten. Wenn es viel Obst und Rohkost isst, bekommt es darüber schon viel Flüssigkeit. Im Kleinkindalter dürften es ca. 800 ml sein. Aber machen Sie sich nicht verrückt: Sie können an der Farbe des Urins sehen, ob es genug ist. Die Windel sollte nicht zu gelb sei.

Wie lange soll ich mein Baby aus der Flasche trinken lassen?

Sobald es gut aus der (Lern-)Tasse trinkt, ist eine Flasche nicht mehr nötig.

Wie gefährlich ist Nitrat?

Nitrat ist vor allem in Spinat, Blattsalaten, Fenchel und roter Bete zu finden. Es kann durch Bakterien und Wärme zu Nitrit werden. Für Babys im ersten Halbjahr ist es giftig, da sie es nicht abbauen können und es die Sauerstoffversorgung blockiert. Außerdem kann Nitrit beim starken Braten krebserregende Nitrosamine bilden. Wichtig: nitratreiche Speisen nicht warm lagern, langes Aufwärmen und Warmhalten vermeiden. Viel Vitamin C hemmt die Nitrosaminbildung!

Wie viel und was darf mein Kind trinken?

Sechsmal 1 Glas Flüssigkeit am Tag braucht ihr Kind. Am besten Leitungswasser, mildes Mineralswasser oder ungesüßte, dünne Kräuter- oder Früchtetees. 1 Glas darf Saft sein. Alternativ können Sie auch das Wasser und den Tee mit einem Schuss Saft süßen. Dabei nur selbst gepressten oder Direktsaft verwenden. Saft aus Konzentrat ist angereichert und enthält kaum noch natürliche Vitamine. Getränke wie Schwarztee, Kaffee oder Cola sind wegen des hohen Koffeingehaltes tabu. Limo, Fruchtsaftgetränke und Nektar habe zu viel Zucker.

Was mache ich, wenn mein Kind immer Süßes will?

Süßigkeiten braucht ihr Kind nicht. Solange Süßes kein Thema ist, sollten Sie darauf verzichten. Ansonsten gilt: knapp eine Kinderhandfläche voll. Zucker schadet den Zähnen - Zähne putzen nach dem Naschen nicht vergessen! Wichtig ist: Schaffen Sie keine süßen Gewohnheiten. Bieten Sie als Zwischenmahlzeit lieber Fruchtjoghurts und Obstschnitze an.

Was kann ich machen, wenn mein Kind schlecht isst?

Oft mögen Kinder Gemüse wie Möhren, Kohlrabi, Gurke, Paprika oder Tomate lieber roh zum Knabbern als verarbeitet. Gegartes Gemüse wird püriert in Saucen oder Suppen besser akzeptiert. Wichtig ist: Nicht aufgeben! Lassen Sie Ihr Kind immer wieder unbeliebte oder unbekannte Lebensmittel probieren. Je öfter ein Kind ein Gericht probiert, desto größer sind die Chancen, dass es ihm schmeckt. 

Wie kann ich mein Kind vegetarisch ernähren?

Ab dem 4. Monat sind die Eisenvorräte des Babys erschöpft. Da die Muttermilch nur wenig Eisen enthält sollte bei einer vegetarischen Beikost auf eisenreiches Getreide und Gemüse geachtet werden. Besonders geeignet sind Amaranth, Hirse und Hafer sowie Spinat, Fenchel und grüne Erbsen. Auch Sesamsamen bzw. Sesammus (Tahin) und Mandeln enthalten viel Eisen. Vitamin-C-reicher Saft verbessert die Bioverfügbarkeit und sollte dazu gereicht oder untergemischt werden. Fügen Sie dem Brei einen Teelöffel Rapsöl hinzu. Es enthält Omega-3-Fettsäuren, die wichtig für die Gehirnentwicklung Ihres Babys sind. 
Bei veganer Kost ist neben Eisen auch die Vitamin-B12- und Calciumversorgung knapp. Diese Ernährungsform ist für ein mitteleuropäisches Kind nicht empfehlenswert.

Welches Fett ist für die Zubereitung der Beikost am besten geeignet?

Nach dem vierten Monat bis Ende des ersten Lebensjahres liegt der prozentuale Anteil für die Fettaufnahme bei 45-50 %. Ab diesem Zeitpunkt sollte die Beikost mit etwas Fett angereichert werden. Am besten dafür eignet sich Rapsöl. Es enthält wenig gesättigte Fettsäuren, dafür alpha-Linolensäure (Omega-3-Fettsäure) und Linolsäure (Omega-6-Fettsäure) in einem günstigen Verhältnis. Aus diesen beiden werden im Stoffwechsel langkettige mehrfach ungesättigte Fettsäuren gebildet. Diese sind für die Entwicklung des Gehirns und der Sehfähigkeit von großer Bedeutung.
Auch bei der Einführung der Familienkost sollten Sie beim Kochen weiter Rapsöl bevorzugen.

Entfällt die Zugabe von Rapsöl, die man sonst dem Brei zugegeben hat bei Einführung der Familienkost?

Wenn Sie normal kochen, verwenden Sie ja auch hier Fett - bevorzugen Sie dazu auch Rapsöl. Eine zusätzliche Fettzugabe ist dann nicht nötig.

Welcher Brotbelag ist geeignet?

Wurst wie z. B. Lyoner oder Salami ist gepökelt. Gepökeltes erhöht ja das Risiko an Krebs zu erkranken. Deshalb wäre es toll, Wurst nur in Maßen zu geben und auch auf Käse und pflanzliche Aufstriche zu setzen, denn die Prägung, was Ihr Kind später gerne mag beginnt schon sehr früh. Außerdem tut das der ganzen Familie gut.

Ist eine Laugenbrezel als Zwischenmahlzeit geeignet?

Laugenbrezeln sind nicht so gutgeeignet, denn sie enthalten viel Salz und weißes Mehl. Besser auf Vollkornbackwaren setzen.

Ab wann kann ich Salz und Gewürze verwenden?

Bei Gewürzen dürfen Sie mutig sein. Mit Salz sollten Sie hingegend etwas zurückhaltender sein, denn Produkte wie z.B. Brot und Nudeln sind schon gesalzen. Kräuter und Zwiebeln sind kein Problem, wenn Sie in kleinen Mengen beginnen. Das ist sogar gut, weil sich Ihr Kind an Vielfalt gewöhnt.

Nach oben zum Seitenanfang