Grünkernpuffer – für die Darmbakterien!

von Dagmar von Cramm

Grünkern und Grünkernpuffer?

Grünkern ist halbreif geernteter Dinkel, der direkt nach der Ernte getrocknet wird. Ursprünglich „entstand“ er aus der Not heraus. In einer Dürreperiode wurde der Dinkel frühzeitig geerntet, getrocknet und gegessen. Es schmeckte! So setzte sich der Grünkern im 17. Jahrhundert durch. Mit den „neuen“ Getreidesorten verlor der Grünkern an Wichtigkeit, doch blüht er wieder auf – und das zu recht! Grünkernpuffer sind einfaach was feines.

Wie wird Grünkern hergestellt?

Dafür wird der Dinkel früh geerntet – zu einem Zeitpunkt, wenn die Körner noch saftig sind – anschließend werden sie „gedarrt“. Darren ist der Vorgang des Trocknens. Traditionell wurde das über einem Buchenholzfeuer gemacht, mittlerweile gibt es große Anlagen dafür. Der Grünkern erhält jedenfalls seinen Geschmack im Zuge dieses Prozesses.

Dinkelgräser

Dinkelgräser

Was macht ihn besonders?

Er ist saftiger, lässt sich gut kochen und für beispielsweise Bratlinge verwenden. Dafür aber nicht mehr zum Backen, da das Klebeeiweiß im Zuge des Darr-Prozesses seine Struktur verändert und nicht mehr die typischen Backeigenschaften aufweist. Auch als Graupen oder Grieß lässt er sich gut verarbeiten. Für meine Puffer verwende ich Grünkernschrot, das gibt den Puffern einen herben, nussigen Geschmack und eine schöne Konsistenz.

Und die Nährwerte?

Grünkern steckt voller guter Überraschungen! Neben den B-Vitaminen enthält Grünkern reichlich Magnesium und Phosphor. Auch der Eiweiß- und Eisengehalt ist nicht unerheblich. Doch besonders sticht der Ballaststoffgehalt heraus. Super für die Darmmikrobiota (sofern ihr nicht an Stoffwechselerkrankungen leidet).

Und daraus wird was – Grünkernpuffer?

Heute habe ich Grünkernpuffer mit einem Karotten-Orangen-Salat für euch! Aus dem Schrot des Grünkern lassen sich Puffer super machen und sie sind toll für klein und groß.

Die Erbsen sorgen für noch mehr Protein, Ballaststoffe und Vitamin C. Außerdem sind sie im Vergleich zu anderen Hülsenfrüchten sehr gut verdaulich. Tiefgefroren sind sie im Winter eine gute Wahl, da die Erntezeit der Erbsen im Sommer ist. Für die Puffer perfekt, da die tiefgetrorenen Erbsen meine Masse abkühlen, sodass sie schnell weiterverarbeitet werden kann.

Und die Karotten? Vitamin A und Biotin! Eure Augen freuen sich ganz besonders darüber. Auch die Möhren sind natürlich Ballaststoffreich, reich an Pektin sowie Cellulose. Und dann natürlich die Orange, frisch und Vitamin C-reich.

saftig grüne Erbsen

saftig grüne Erbsen

Hier das Video dazu: Schaut rein und kocht es nach! Sehr ballaststoffreich, frisch durch den Salat und nussig durch den Grünkern. Die Redaktion hat das Rezept geliebt! Falls ihr euch noch mehr für Ballaststoffe bzw. eine darmgesunde Ernährung interessiert, dann guckt doch gerne in mein Video dazu rein.

Grünkernpuffer mit Karotten-Orangen-Salat

Grünkern und Grünkernpuffer? Grünkern ist halbreif geernteter Dinkel, der direkt nach der Ernte getrocknet wird. Ursprünglich „entstand“ er aus der Not heraus. In einer Dürreperiode wurde der Dinkel… Drucken
Portionen: 4 Vorbereitungszeit:
Nährwerte pro Portion: 467 kcal 18,1 g Fett 66,7 g Kohlenhydrate 15,8 g Eiweiß 14,8 g Ballaststoffe
Bewertung 4.3/5
( 3 Bewertungen )

Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 4 EL Rapsöl
  • 150 g Grünkernschrot
  • Salz
  • 500 g Karotten
  • 1 unbehandelte Orange
  • 250 g grüne Erbsen (TK)
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 Ei
  • etwa 30 g Haferkleie
  • 30 g Rosinen
  • 2-3 EL Zitronensaft
  • Pfeffer, Zimt
  • 50 g gelbe oder braune Leinsamen

Zubereitung

  1. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. 1 EL Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin dünsten, dann den Grünkernschrot zugeben. Mit 250 ml Wasser ablöschen, salzen und 3 Min. dick kochen.
  2. Inzwischen die Möhren waschen, schälen und fein raspeln. Die Orange waschen, die Schale abreiben. Die Orange schälen und würfeln.
  3. Die Erbsen mit dem Grünkernbrei mischen, salzen und pfeffern. Dann die Sojasauce, das Ei und soviel Kleie zugeben, dass eine formbare Masse entsteht.
  4. Inzwischen die Karotten mit der Orange, der abgeriebenen Schale und den Rosinen mischen. Mit 1-2 EL Rapsöl, Zitronensaft, Salz, etwas Pfeffer und einer Prise Zimt würzen.
  5. Aus dem Grünkernteig etwa 12 Puffer formen und in Leinsamen wälzen. Das restliche Öl in der Pfanne erhitzen und die Puffer von beiden Seiten ca. je 3 Min. braten. Zum Karotten-Orangen-Salat reichen.

Tipp

Wer mag, kann noch ein paar Walnüsse hacken und sie zum Karotten-Orangen-Salat geben.

3 Kommentare

Elif 18. Juni 2024 - 16:03

Toller Artikel. Vor allem die Fülle an Nährwerten hat mich beeindruckt. Vielen Dank und weiter so 🙂

Reply
Dagmar von Cramm 18. Juni 2024 - 16:13

Danke! 🙂

Reply
Lara 19. Februar 2023 - 20:04

Dieser Artikel hat meine Fragen zum Thema „Grünkernpuffer – für die Darmbakterien!“ beantwortet. Ich habe den Artikel sehr gerne gelesen und interessante Ideen daraus schöpfen können. Macht weiter so und schreibt interessante Artikel über Top Themen.

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